FESTIVALPREVIEW

Im Sommer 2010 spannte das Open Air Kurzfilmfestival zum ersten Mal die Pop-Up-Leinwand im Garten des Volkskundemuseum Wien auf. Damals noch espressofilm, seit 2015 dotdotdot, verwandelt das Festival als cineastischer Nahversorger das Museum jeden Sommer in eine Projektionsfläche für kurze, brennende, bewegende, berührende, mitunter unbequeme und nicht selten die Sehgewohnheiten fordernde Filmformate.

Davon gibt es auch im Jubiläumsjahr nicht zu knapp: Rund 180 Kurzfilme stehen auf dem Programm – 45 davon beim Kinderfilmfestival dotdotdot 4plus, das von 4.7. bis 25.7.2019 seinen 5. Geburtstag gefeiert hat, mit Pauken und Trompeten und Musikschwerpunkt am neuen Spielort am Jodok-Fink-Platz –, außerdem Workshops, cineastische Interventionen im öffentlichen Raum und das allererste Kinokonzert des Festivals.

Zu cineastischen Reisen und neuen Perspektiven auf die Welt lädt der Programmschwerpunkt OPEN ROADS ein, mit dem wir am Eröffnungsabend ins Festival starten: Geschichten von unterwegs, die sich unter anderem mit der Frage beschäftigen, wer die Freiheit hat zu reisen und wem sie untersagt wird. Japan steht als Filmland im Fokus einer vierteiligen Filmreihe, gezeigt werden aktuelle Arbeiten einer neuen Generation von Filmschaffenden.

Personalen sind Juanjo Giménez Peña, dem Publikumspreisträger 2018, und der Linzer Künstlerin Edith Stauber gewidmet. Widerständiges Kino brennt in Specials in Kollaboration mit den an.schlägen, der Lokalen Agenda 21 Wien, CineCollective, equalizent und Volkskundemuseum Wien, dem zum 10. Jahr der Zusammenarbeit übrigens auch ein Filmabend mit Museumsgeschichten gewidmet ist.

Zehn Jahre Filmfestival sind eine lange Reise, die uns an unerwartete Orte geführt und spannende Begegnungen eröffnet hat. Mittendrin das Innehalten und Neuerfinden: der Beginn einer Suche nach inklusiven Strategien für das Kino mit dotdotdot, dem Kinderfilmfestival dotdotdot 4plus und dem Label barriereFREItag. Dann die Partner*innenschaft mit Kaleidoskop, dem neuen Freiluftkino am Karlsplatz, die sich pünktlich zum Jubiläumsjahr 2019 eingestellt hat.

Es ist eine glühende Einladung die Utopie zu denken: Ein Kino für alle, ein Kino, das sich allen öffnet. Denn nur wer miteinander Filme sehen kann, kann miteinander über Filme reden. Am Ende eines Satzes, am Ende eines Kurzfilms stehen drei Punkte für das was nicht ausgesprochen wird, das was offenbleibt und das was nachwirkt. Hier öffnen sich Räume zum Denken, Reden und Handeln.

Wir freuen uns sehr darauf, die zehnte Festivalausgabe mit alten und neuen Festivalfreund*innen und zahlreichen Wegbegleiter*innen zu feiern!

SHORT CUTS

> INFOS & TICKETS
> FESTIVALPROFIL
> FESTIVALLEITUNG
> BARRIEREFREIE ANGEBOTE
> PROGRAMM

FOKUS: OPEN ROADS

10 Jahre Filmfestival sind eine lange Reise. Verblieben am selben Ort, auf der Leinwand mehrfach um die Welt gereist – ein Umstand, der im Programmschwerpunkt OPEN ROADS widerhallt. Drei Filmabende und ein Kinokonzert laden zu cineastischen Reisen ein und erzählen Geschichten von unterwegs. Tapetenwechsel verrücken Perspektiven, in Bewegung zu sein öffnet Köpfe, Begegnungen machen neugierig darauf Erfahrungen zu sammeln, die Lebensgeschichten anderer Menschen aufzusaugen und sich selbst anderen Menschen zu öffnen. Doch wer hat überhaupt die Freiheit zu reisen und wem wird sie untersagt? Wer muss/darf gehen? Wer darf/muss bleiben? Wollen wir »alles inklusive« oder riskieren wir es ohne Sicherheitsnetz zu reisen und mit eigenen Augen zu sehen? Erzählungen vom Gehen und Zurückkehren, von Sehnsucht, Freiheit, Widerstand und Utopie.

> PROGRAMM

FOKUS: JAPAN

2019 feiern Japan und Österreich 150 Jahre, seitdem diplomatische Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufgenommen wurden. In Kollaboration mit Japannual, dem japanischen Filmfestival in Wien, zeigt dotdotdot in drei Kapiteln brennendes zeitgenössisches Kino aus Japan, das eine junge Generation japanischer Filmschaffender sichtbar macht, die sich keineswegs vom Erbe der mächtigen Filmnation in ein Korsett pressen lässt. Überbordend, farbenprächtig, eigenwillig und politisch sind die Arbeiten die zu sehen sind. Artikuliert sind die Standpunkte zu gesellschaftspolitischen Themen wie Geschlechtergleichstellung, Generationenfragen, Familien- und Umweltpolitik. In anschließenden Couch-Gesprächen wird diskutiert. Der vierte Abend ist ein Heimspiel im cineastischen Dialog zwischen den beiden Ländern: Wo zeigen sich österreichische Filmschaffende von Japan fasziniert?

> PROGRAMM